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Egal ob Karate, Judo, Taekwondo, Boxen, Kickboxen oder Muay Thai, wenn Kinder mit dem Kampfsport beginnen, brauchen sie Ausrüstung, die drei Dinge gleichzeitig erfüllt: Sicherheit, Passform und Langlebigkeit.
Kinder wachsen schnell, bewegen sich anders als Erwachsene und benötigen speziell für sie entwickeltes Material, kein einfach verkleinertes Erwachsenen-Equipment. Diese Kaufberatung hilft dir dabei, für dein Kind (oder als Verein für eure jüngsten Mitglieder) die richtige Wahl zu treffen.
Der Trainingsanzug ist meist die erste Anschaffung.
Judo- und Ju-Jutsu-Anzüge müssen besonders reißfest sein, da sie beim Greifen und Werfen stark beansprucht werden. Achte auf verstärkte Nähte und robuste Baumwollqualität (üblich sind 350–450 g/m²).
Karate- und Taekwondo-Anzüge sind leichter (ca. 6–8 oz) und dadurch beweglicher – ideal für schnelle Techniken und Formen (Kata/Poomsae).
Kung-Fu- und Capoeira-Hosen sind meist weiter geschnitten für maximale Beweglichkeit bei Tritten und Bodenarbeit.
Tipp: Kaufe eher eine Nummer größer, wenn dein Kind mitten im Wachstumsschub ist – ein leicht zu großer Anzug lässt sich mit einem Gürtel gut anpassen, ein zu kleiner nicht.
Für Sportarten mit Körperkontakt (Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Karate-Wettkampf) ist Schutzausrüstung Pflicht.
Kinder-Boxhandschuhe: Deutlich leichter als Erwachsenenmodelle (typisch 4–8 oz statt 10–16 oz), mit kindgerechter Handform. Zu schwere Handschuhe belasten Handgelenke und Schultern unnötig.
Kopfschutz: Für Wettkampf unbedingt auf WAKO-Zertifizierung achten, wenn der Verein an Turnieren teilnimmt – das ist oft Startvoraussetzung. Der Kopfschutz sollte eng anliegen, ohne die Sicht einzuschränken.
Schienbeinschützer: Bei Kickboxen und Muay Thai wichtig. Kinder-Modelle sind schmaler geschnitten und leichter gepolstert, damit sie nicht rutschen.
Tiefschutz und Zahnschutz: Für den Wettkampfsport oder intensiveres Sparring empfehlenswert, auch wenn viele Kindertrainings noch ohne Kontakt auskommen.
Faustregel: Schutzausrüstung sollte niemals „mitwachsen“ – sie muss passen, sonst verrutscht sie im entscheidenden Moment und schützt nicht richtig.
Für das Training zwischen den Kursen oder einfach zum Austoben gibt es kindgerechte Geräte:
Kinder-Boxdummys (z. B. Standboxsäcke mit Fuß) sind niedriger und leichter als Erwachsenenmodelle, meist befüllbar mit Wasser oder Sand für sicheren Stand.
Judo-Dummys für Kinder eignen sich zum Üben von Würfen, ohne dass ein Trainingspartner nötig ist – leichter im Gewicht, damit sie sicher zu handhaben sind.
Schlagpolster und Pratzen sind ideal, wenn Eltern zu Hause mit dem Kind trainieren möchten – hier reicht meist ein einfaches, leichtes Modell.
Miss dein Kind vor dem Kauf (Körpergröße, Brustumfang, Handumfang bei Handschuhen) und vergleiche mit der Größentabelle des Herstellers – Kindergrößen unterscheiden sich je nach Marke.
Bei Anzügen orientiert sich die Größe oft an der Körpergröße in cm (z. B. 130, 140, 150), nicht an Konfektionsgrößen.
Bei Handschuhen zählt das Gewicht des Kindes und die Sportart: leichtere Handschuhe (4–6 oz) für jüngere Kinder und Technikschulung, schwerere (8 oz) für ältere Kinder im intensiveren Training.
Kunstleder (PU) ist pflegeleicht, günstiger und für den Einstieg völlig ausreichend.
Echtleder hält länger und ist widerstandsfähiger, aber teurer – lohnt sich eher, wenn dein Kind schon länger regelmäßig trainiert.
Baumwollmischungen bei Anzügen sind atmungsaktiver und angenehmer auf der Haut – wichtig, da Kinder schneller schwitzen und empfindlicher reagieren.
Gerade am Anfang lohnt es sich, nicht sofort in die teuerste Ausrüstung zu investieren – viele Kinder probieren eine Sportart erst einmal aus. Ein solides Einsteiger-Set (Anzug + ggf. Handschuhe) reicht für die ersten Monate völlig aus. Erst wenn klar ist, dass der Sport dauerhaft betrieben wird, lohnt sich die Investition in höherwertige oder wettkampftaugliche Ausrüstung.